PKM Summit 2026: RĂĽckblick
Das gesamte Team des [[notizlab]] war auf dem PKM Summit in Utrecht, 🇳🇱. Lest hier, wie wir und andere die Konferenz wahrgenommen haben.
Was für ein Event! Die europäische Konferenz rund um Personal Knowledge Management, der PKM Summit 2026 fand am 20. und 21. März in den Niederlanden statt.
- PKM Summit 2026
- Unser Team wächst
- Neue Blogbeiträge
RĂĽckblicke auf den Summit von
- Vivane
- Stefan
- Slivia
- Maik
- David
- Berichte anderer Teilnehmer:innen
Neue Blogbeiträge
Digitale Souveränität ist ein Thema, das uns weiter beschäftigt. Dass wir in Obsidian primär mit lokalen Markdown-Dateien arbeiten, zeigt, dass wir auf jeden Fall Hoheit über unsere Daten behalten wollen. Stefan treibt den Gedanken nun weiter und schildert in einem neuen Blogbeitrag, welche Schritte er darüber hinaus gegangen ist, um sein PKM-System inklusive Hardware mehr in die eigene Hand zu nehmen.
Der PKM Summit 2026
Ausrichter war wie in den vergangenen Jahren das Team um Martijn Aslander und Mark Meinema von Digital Fitness, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die digitale Kompetenz von Personen zu fördern – und dabei eben hauptsächlich auf PKM abzielen. Das Programm des PKM Summits ist noch online abrufbar, sodass ihr euch einen Eindruck der Themen verschaffen könnt, die dort diskutiert worden sind. Die langen Pausen waren ideal, um tiefere, individuelle Gespräche zu führen, sich über Tools, Workflows und Ideen auszutauschen. Die PKM-Community ist eine lebendige, die auch 2027 wieder in Utrecht zusammenkommen wird – und ihr könnt eure Tickets für 2027 jetzt schon holen!
[[notizlab]] wächst
Die größte Neuigkeit ist, dass das Team des [[notizlab]] nunmehr aus insgesamt fünf Personen besteht! Nachdem Stefan und David für die Community Anfang 2025 Silvia an Bord geholt hatten, stieß Ende letzten Jahres Maik Arnold dazu. Mit ihm gemeinsam haben wir einen wissenschaftlichen Artikel in der Zeitschrift für Hochschulentwicklung veröffentlicht. Maik arbeitet mit verschiedenen PKM-Tools (darunter Obsidian und AnyType) und befasst sich mit Digital Gardening. Auf dem Summit durften wir alle Viviane Hammermüller kennenlernen. Sie bringt mit ihrem musikalischen Hintergrund ganz neue Fragen und Themen mit ins [[notizlab]] – darunter solche, die PKM für Lehrkräfte im musisch-bildenden Bereich betreffen, oder die Frage nach den verschiedenen Wissensarten, wenn wir Wissen und Kompetenzen zusammendenken.
Wir haben viele Ideen entwickelt, was wir in diesem Jahr noch an gemeinsamen Projekten starten wollen – und halten euch wie gewohnt hierauf dem Laufenden!

Im Zuge dieser Erweiterung des Teams haben wir auch unsere Webseiten neu strukturiert: Unter https://notizlab.de findet ihr künftig den Newsletter und sein Archiv. Alle weiteren Inhalte, wie den Blog und die Dokumentation über unserer Aktivitäten findet ihr nach wie vor auf https://notelab.hypotheses.org – dorthin sind auch die Informationen über das Team, unsere Motivation und Ziele gewandert.
Wir alle fünf haben euch hier unsere persönlichen Eindrücke vom PKM Summit geschildert und freuen uns über Reaktionen und Feedback!
Impressionen vom PKM Summit
(in alphabetisch umgekehrter Reihenfolge)
Vivane
Im Alltag brauche ich meist einige erklärende Sätze, um mit anderen über PKM ins Gespräch zu kommen, oder um zu vermitteln, wieso ich so großes Potenzial in einer „random Notiz-App“ sehe, und warum ich zu so etwas meine Dissertation schreiben möchte. Auf dem PKM Summit ist das anders: man kann direkt in der Tiefe einsteigen und abnerden, sich über Spezialthemen austauschen oder auch über die absoluten Grundlagen und Grundbegriffe philosophieren.
Der Summit hat wirklich einen besonderen „vibe“ – nicht vergleichbar mit den Tagungen, auf denen ich sonst so unterwegs bin. Ob dies daran liegt, dass PKM-begeisterte Menschen einfach besonders sind; daran, dass dort eine so große Vielfalt unterschiedlichster Berufsfelder zusammentrifft; daran, dass bei vielen Beiträgen nicht unbedingt wissenschaftliche Erkenntnis sondern die Lebensgestaltung im Vordergrund steht, oder einfach an den inspirierenden Räumen der Location? Ich weiß jedenfalls: Es wird sicherlich nicht mein letztes mal auf dem PKM summit sein! Denn einmal mehr habe ich gespürt: Es gibt noch viel zu lernen und zu bewegen, und es gibt dort eine große und tolle Community mit der man dies gemeinsam tun kann. Besonders habe ich mich gefreut, so viele Menschen zu treffen, die mehr PKM in das Bildungswesen bringen möchten. Und natürlich mein persönliches Highlight: das [[notizlab]]-Team live und in Farbe kennengelernt zu haben – und direkt so herzlich und freundlich einbezogen und ins Team aufgenommen worden zu sein!
Stefan
Der PKM Summit 2026 hat deutlich gemacht, dass sich das Feld des Personal Knowledge Management in einer Weiterentwicklung befindet. Statt einer Fokussierung auf Tools und Effizienzsteigerung rückt zunehmend der Mensch als gestaltendes Subjekt in den Mittelpunkt. Diese Verschiebung lässt sich als Perspektivenwechsel von einer instrumentellen zu einer existenziellen Perspektive beschreiben: Es geht nicht mehr nur um die Generierung und Quantifizierung von Informationen, sondern um die qualitative Aneignung von Wissen als Ressource für Lebensgestaltung (Life Design) und auch Kompetenzentwicklung. In den Workshops und Vorträgen von anderen, aber auch in eigenen, habe ich diese Tendenz beobachtet.
Als Bildungsforscher und Dozent gefällt mir sehr, dass die Reflexion über Sinnstiftung, Identitätsbildung und die Gestaltung von Lernökologien an Raum gewinnt. Viele Akteur:innen experimentieren zudem mit ihren Wissensmanagementpraktiken im Sinne einer kontinuierlichen Selbst- und Welterschließung.
Insgesamt habe ich die lockere, offene und extrem anregende Atmosphäre wieder sehr genossen, alte und neue Gesichter wieder getroffen und mir wieder viele Notizen gemacht.
Silvia
FĂĽr mich hat der PKM Summit zwei Seiten, die mich dieses wie letztes Jahr begeistert haben:
Da ist zunächst die schiere Themenvielfalt: Es ist wunderschön zu sehen, was in dieser Community alles gedacht, gemacht und geteilt wird. Und ich bemerke eine Bewegung: Ja, KI ist sehr präsent, aber es wird auch gefragt: Brauche ich das eigentlich? Passt das zu meinen Arbeitsabläufen? Für mich steht dabei der „make it your own"-Gedanke zurecht stark im Vordergrund. Ob Hardware, Software oder Workflows – es geht darum, ein Ökosystem zu schaffen, das auf mich zugeschnitten ist und mein Denken und Arbeiten wirklich unterstützt. Das macht PKM für mich von Beginn an besonders: Es ist kein Schema F, sondern ein ständiges Überdenken und Anpassen an die eigene Lebensrealität. Manchmal ist das ein echter Balanceakt zwischen einer neuen Idee und einem bewährten Ablauf. Dieses Gespür zu entwickeln sehe ich als eine zentrale PKM-Fähigkeit und ich habe sie in vielen Beiträgen wiedergefunden.
Die zweite Seite des Summits sind die Menschen. Ganz verschiedene Berufsfelder und Zugänge kommen zusammen, um im Grunde über dasselbe zu sprechen...und sich dabei noch zu verstehen! Besonders bewegt hat mich die wachsende Gruppe derer, die PKM in die Bildungswelt tragen wollen, denn so individuell PKM in der Umsetzung auch ist: diesen Weg nicht allein zu gehen macht einen echten Unterschied. Mit Gleichgesinnten wird nicht nur die Umsetzung leichter, auch das Dranbleiben fällt leichter und neue Ideen sind fast garantiert.
Mein persönliches Highlight in diesem Jahr war dann aber trotz der vielen anderen Eindrücke und Erfahrungen doch, das komplette Notizlab-Team zum ersten Mal an einem Ort zu erleben.
Ich nehme viele Ideen und jede Menge Inspiration für meine eigene Arbeit mit – und freue mich schon auf den PKM Summit 2027.
Maik
Ich habe das erste Mal am PKM Summit teilgenommen und bin noch immer geflasht von der Energie des Austausches, den vielen Impulsen und der Community von Wissensmanagement-Enthusiasten. In den Workshops und Vorträgen, die ich besucht habe, ging es sowohl um Note-taking-Strategien als auch um philosophische Ansätze. Im Vordergrund standen nicht so sehr die Tools und Funktionen, aber dazu gab es natürlich auch genügend Beiträge. Die Auseinandersetzung mit PKM ist – so mein Eindruck – stark mit Lernen und Sensemaking verbunden gewesen und daher immer auch ein persönlicher Prozess. Es vermittelt einen bestimmten Blick auf die Dinge. Da liegen lebensphilosophische Ansätze nicht weit weg. Allein schon die Begrifflichkeiten, dass man von „LifeOS“, „Personal Lab“ oder „Make yourself observable“ spricht, unterstreichen die Vermutung, dass sich PKM nicht einfach von der „Hardware“ hin zur „Software“ entwickelt, sondern sich gerade im Stadium des Austüftelns von „Individualphilosophien“ befindet. PKMler sind nicht einfach Notizsammler:innen oder Wissensarchitekt:innen, sondern immer auch so etwas wie Existenzphilosoph:innen. Vielleicht waren es auch die „Vibes“, die die Räumlichkeiten bei „Wonder of Work“ (der Location) in Utrecht versprüht haben, was auch Teil des Tagungserlebnisses war. Entweder war man ganz down-to-earth im Raum Erde und Roots oder konnte schwelgen in den Locations Dream und Vision.
Mitgenommen habe ich schließlich noch eine ganz andere praktische Anregung. In der Mittagspause am Samstag startete eine Accountability-Gruppe zum Digital Gardening – dem Erstellen von persönlichen Websites, auf denen man unfertige Gedanken öffentlich teilt (Hier geht es zu meinem digitalen Garten). Unter dem Motto „Working with the garage door up“ plant die lose zusammengewürfelte Gruppe, einander dabei zu unterstützen, dass in jedem persönlichen Garden mindestens einmal wöchentlich ein neuer Beitrag – sei es eine kurze Reflexion, ein flinker Gedanke oder ein Snippet – veröffentlicht wird. Alles in allem eine rundum gelungene, gewinnbringende und inspirierende Tagung, von der ich gern noch mehr haben würde.
David
„Eine Konferenz, auf der sich Menschen treffen, die gern Notizen schreiben.“ – So erkläre ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, was der PKM Summit ist. Dass das Thema PKM noch nicht so in der Breite angekommen ist, wie z. B. das KI-Thema, ist eine Diskussion für ein anderes Mal. KI war auf dem Summit in jeder zweiten Session präsent.
Mein Fokus lag aber auf dem P von „PKM“ – dem persönlichen Wissensmanagement. Mir wurde auf dem Summit klar, wie sehr mein PKM auf all meine anderen Aktivitäten einzahlt. Sei es nun mein Engagement im [[notizlab]] oder in meinen Day-Jobs. Gerade dort profitiere ich von all meinen Notizen in meinem Obsidian-Vault. Und ohne die Auseinandersetzung mit PKM, Konzepten und Strategien dazu, würden mir diese Notizen in diesen Kontexten nicht in dem Maß helfen, wie sie es eben tun. Relevant ist, dass auch Intentionality dabei ist (egal, welche Übersetzung ich für den Begriff wähle, drückt er nicht das aus, was ich damit meine): Sich bewusst sein, Notizen (an sein Zukunfts-Ich) zu schreiben, gezielt Informationen festhalten, antizipieren und reflektieren, warum man dies oder das in seine Notiz-App tippt. Denn ganz im Sinne der Serendipity weiß man nicht, wann einem diese eine Information noch einmal weiterhelfen kann.
Ansonsten war mein absolutes Highlight des PKM Summit in Utrecht, dass sich dort das gesamte Team (oder der aktive Kern unserer Community of Practice) zum ersten Mal vollständig in der physischen Welt getroffen hat – und wir sogar noch gewachsen sind!
Berichte anderer Teilnehmer:innen des Summits
Hier eine lose Auswahl an Beiträgen anderer Teilnehmer:innen des Summits. Zum Teil sind es Ähnliche Eindrücke wie wir sie geschildert haben, zu, Teil auch Ergänzungen oder Dokumentationen der Konferenzbeiträge der jeweiligen Autor:innen:







